Gewürztraminer
Auch über den Ursprung dieser weissen Rebsorte gibt es die verschiedensten Ansichten und Theorien. Da macht es sich der Südtiroler einfach: Das im Bozner Unterland gelegene Weindorf Tramin ist ihre Heimat und trägt deshalb diesen Namen. Sicher ist, dass der Weisswein aus dem Dorf Tramin schon um das Jahr 1000 erwähnt wird. Woher die Rebe ursprünglich kam, bleibt jedoch im Dunkeln. Je nach Quelle werden Ägypten, das Zweistromland, Griechenland, Mittel- oder Süditalien vermutet. Dass die Verbreitung nach Norden ins Rheinland und ins Elsass von der Traminer Gegend ausgegangen ist, darf hingegen angenommen werden. Nach der Vereinigung Tirols mit dem habsburgischen Österreich 1363 blieben das Elsass und südliche Teile von Baden während 300 Jahren, genau bis 1648, verwaltungsmässig mit der Tiroler Hauptstadt Innsbruck verbunden und bildeten damals das alte „Vorderösterreich“. Wie dem auch war. Heute nimmt die Gewürztraminer Rebe im Südtirol eine Anbaufläche von 314 ha in Anspruch. Diese liegt hauptsächlich im Unterland und Überetsch aber vereinzelt auch in allen übrigen Anbaugebieten. Der Wein ist körperreich und aromatisch und besitzt unverwechselbare Gewürznoten. Er eignet sich zu Fischvorspeisen, Pasteten, Gänseleber, Meeresfrüchten und zur orientalischen Küche. Aus Trauben, die vor dem Pressen mehrere Wochen auf Stroh gelagert werden, entsteht ein grossartiger Dessertwein.
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