Merlot
Diese aus dem französischen Bordeaux-Gebiet stammende Rotweinsorte hat in Südtirol eine wechselvolle Geschichte. Sie dürfte Ende des 19. Jahrhunderts erstmals hier angepflanzt worden sein, also bevor sie im Tessin in Erscheinung trat. In der Gegend von Siebeneich (Terlan) und besonders von Kurtatsch gelangte sie bald zu einer gewissen Bedeutung. Aber richtig beliebt ist Merlot im Südtirol noch nicht geworden. Zudem übte die Massenweinproduktion mit dieser Rebsorte im benachbarten Veneto einen Preisdruck aus, dem die hiesigen Produzenten kaum standhalten konnten. Die Fläche des Merlot ging bis in die Achtziger Jahre auf weniger als 50 Hektar zurück. Seither ist es jedoch zu einem eigentlichen Revival gekommen und die Fläche umfasst heute immerhin 228 Hektar. Daraus werden hochwertige Rotweine produziert, die mit den meisten Produkten aus dem Veneto ausser der Traubensorte gar nichts gemeinsam haben und den Vergleich mit Tessiner Merlots oder auch Weinen aus dem Pomerol nicht zu scheuen brauchen. Oftmals werden sie gleich wie dort in Assemblages mit Cabernet ausgebaut. Südtiroler Merlot Weine sind in der Regel weicher als Cabernet jedoch ebenso gehaltvoll. Spitzengewächse werden in kleinen Eichenfässern vinifiziert und gelten als lagerfähig.
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