Weinwirtschaft

Wie unter dem Kapitel Geschichte ausführlich nachzulesen ist, hat die Weinwirtschaft Südtirols eine abwechslungsreiche Vergangenheit. Immer wieder mussten sich die Weinproduzenten den marktwirtschaftlichen und politischen Begebenheiten anpassen und sich auf die verschiedensten Herausforderungen neu einstellen. Heute verschreiben sich Südtirols Weinproduzenten ausschliesslich der von den Konsumenten verlangten Qualitätsweine. Mengenreduktionen und ein schonender Umgang mit der Natur sind hierfür Voraussetzung.

Weinbau

Interessanterweise sind es im Gegensatz zu den meisten anderen Weinregionen die Genossenschaften, welche im Südtirol für eine rigorose Qualitätsentwicklung stehen. Die 15 Genossenschaftsbetriebe machen rund 70 Prozent der Südtiroler Weinproduktion aus. Ein Blick auf die prämierten Weine Südtirols unterstreicht mit welchem Eifer und welch harter Hand die Genossenschaften Ihre Bauern dazu zwingen ausgezeichnetes Traubengut abzuliefern.

Der Impuls für die Herstellung von Top-Weinen im Südtirol ab den 80er Jahren stammt von den privaten Weingütern. Diese „Weingüter Südtirols“ zählen heute 37 Mitgliedsbetriebe und keltern rund 25 Prozent der gesamten Weinproduktion. Mit ihren stolzen Ansitzen und Schlossanlagen sowie dem persönlichen und innovativem Engagent leben sie zudem Südtirols Weinkultur in authentischer und edler Weise vor.

Gegen Ende des letzten Jahrtausends wurde zudem die Vereinigung „Freie Weinbauern Südtirol“ ins Leben gerufen. Diese Vereinigung unterstützt und berät sich gegenseitig in Themen wie Weinbau, Kelterung, Vermarktung und Weiterbildung. Die Vereinigung der Freien Weinbauern Südtirols umfasst zwischen 60-70 mehrheitlich kleine Betriebe und arbeitet nach dem klassischen „Chateau-Prinzip“. Dies Bedeutet, dass sie ausschliesslich Weine keltern dürfen, welche Sie in der eigenen Domäne anbauen. Die produzierte Menge macht etwa 5 Prozent der Gesamtproduktion Südtirols aus. Darunter lassen sich richtige Perlen finden!

Absatzmarkt

Der Hauptabsatzmarkt Südtirols liegt mit 46,3 Prozent im Südtirol selber. Das restliche Italien importiert rund 19,0 Prozent, das heisst der Export insgesamt beträgt nur mehr rund 35 Prozent. Davon ist Deutschland mit 17,3 Prozent der wichtigste Absatzmarkt. In die Schweiz fliessen noch 6,3 Prozent gefolgt von den USA (5,5 Prozent), von Österreich (3,3 Prozent) und von Grossbritannien (0,7 Prozent). In die restliche EU fliessen noch 1,1 Prozent, in die restliche Welt noch 0,5 Prozent.