Vinicus TyrolensisDarf ich mich vorstellen? Mein Name ist Vinicus Tyrolensis, ich bin ein typischer Südtiroler Weinbauer mit pfiffigem Einschlag. Ich berichte über Kulturelles, Lustiges und Wirtschaftliches aus meiner Heimat. In besinnlichen Stunden bei einem Glas Wein widme ich mich auch der Dichtkunst. Ganz besonders liegt mir unser Nachbarland, die Schweiz, am Herzen. Hier besteht eine Seelenverwandtschaft.

 

„Vertrag auf Ehre“ ein alter Handelsbrauch in der Weinwirtschaft

Mit dem „Vertrag auf Ehre“ wird der Taubenpreis zwischen Weinbauer und Käufer nicht bei Kaufabschluss festgesetzt, sondern erst im Laufe des Jahres aufgrund der vom Einkellerer und Händler erzielten Weinverkaufspreise. Die Auszahlung erfolgt in vier Raten. Die erste Rate an Maria Lichtmess (2. Februar), die zweite an Georgi (St. Georg 23. April), die dritte an Jakobi (St. Jakob 25. Juli) und die vierte Rate an Martin (St. Matin 11. November). In der Regel sind die Geldbeträge der ersten drei Raten gleich hoch, bei der vierten Rate hofft der Bauer, vielleicht noch etwas mehr zu erhalten, besonders dann, wenn er weiss, dass die Weinpreise unter dem Jahr angezogen haben. Der Endpreis wird jedoch noch vor Beginn der neuen Ernte festgelegt. Die vierte Rate ist quasi die Endabrechnung. Der Brauch bietet für Bauer und Händler je einen grossen Vorteil: der Bauer wird indirekt gezwungen mit seinen Einnahmen haushälterisch umzugehen, und der Händler profitiert von einer nicht zu unterschätzenden Zinsersparnis angesichts der hohen Bankschuldzinsen Italiens.